Ausstellungsarchiv

Tryol lacht

Satire und Ironie von Eduard Thöny,
Paul Flora, Peppi Tischler

2.10.2019-5.1.2020

Karikaturisten blicken tief und zeichnen schräg. Eduard Thöny, Paul Flora und Peppi Tischler eint die Heimat Tirol und der Tiroler Humor. 125 Jahre Tiroler Karikaturgeschichte in mehr als 200 Zeichnungen umspannte die Ausstellung mit dem täuschend richtigen Titel „Tryol lacht“. Er erinnert an Trio und Triole. Die drei sind Vinschgauer, sprich „Vintschger“. Eduard Thöny kam schon als Kind nach München, Paul Flora nach Innsbruck. Peppi Tischler hielt die elterliche Tischlerei in Meran. Eduard Thöny zeichnete von 1896 bis 1944 für den „Simplicissimus“, Paul Flora entsagte 1971 der Tagesfron für „Die Zeit“ und stellte Clowns, Vogelscheuchen, Wüstlinge, Urtiroler, Richard Wagner, unglückliche Mädchen und stolze Frauen auf die Bühne seines komischen Welttheaters. Peppi Tischlers Alter Ego „Der Schnauzer“ lästert noch heute gegen die Politik von nah und fern.

The Talking Machine

Die Anfänge der Tonaufzeichnungen

16.4.–14.7.2019

Die Objekte aus der Gigliotti-Sammlung stammen aus der Zeit von 1878 bis 1920 und geben Einblick in die Geschichte des Phonographen, des ersten Massenmediums, das Töne aufnehmen und wiedergeben konnte. Dank der intensiven und anhaltenden wissenschaftlichen, technischen und auch ästhetischen Forschung vieler Pioniere erfüllte sich ein alter Menschheitstraum. Dadurch wurde die Kommunikation revolutioniert. Die in Zusammenarbeit mit ArcheoPhonica Sound & Media Research (Bozen), dem Phonogrammarchiv – Österreichische Akademie der Wissenschaften und der Sprachenmediathek Meran organisierte Ausstellung ging auch auf die ersten Tonaufnahmen in Meran und Umgebung zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein.

Mendívil Perú

Sammlung Gunther Erhart

14.11.2018–30.6.2019

Das Palais Mamming Museum organisierte in Memoriam Gunther Erhart, langjähriger ehrenamtlicher Direktor, eine Ausstellung zur peruanischen Künstlerfamilie Mendívil, die Krippen- und Heiligenfiguren aus seiner umfangreichen Kunstsammlung zeigte. Die Figuren zeichnen sich durch überlange Hälse aus, die Assoziationen mit dem Lama wecken. Sie veranschaulichen auch die Verknüpfung von südamerikanischen Elementen mit europäischen Traditionen. Die verschiedenen Figurentypen werden bereits seit drei Generationen – die familiäre Kunstproduktion beginnt mit Hilario Mendívil (1929–1977) – in Gemeinschaftsarbeit geschaffen. Darstellungen wie die stillende oder die schwangere Madonna waren in den Fünfziger- und Sechzigerjahren für die peruanische Kunst revolutionär.

ÓPLA 2.0

20 Jahre Kinder-Künstlerbücher

16.11.2017–12.8.2018

Seit 1997 sucht, sammelt und katalogisiert das Archiv ÓPLA, ein Sonderbestand der Stadtbibliothek Meran, Werke in Form von Büchern, die von KünstlerInnen für Kinder entworfen wurden. Es sind wahre Kunstwerke, Ausdruck der uneingeschränkten Kreativität der KünstlerInnen. Meist schreiben und illustrieren sie dabei nämlich nicht nur eine Geschichte, sondern beteiligen sich auch an den anderen Anfertigungsschritten: von der Wahl des Materials, der Bindetechnik und des Buchformats, bis hin zur Gestaltung des Layouts. Das Archiv hat in diesen 20 Jahren über 500 Buchtitel von mehr als 150 KünstlerInnen zusammengetragen. Die im Rahmen der Ausstellung auf das ganze Museum verteilten und durch das Blau der Halterungen hervorgehobenen Bücher erlaubten es, die Sammlung des Palais Mamming Museums auf eine neue Weise zu betrachten, und umgekehrt gestatteten es die Objekte, mit denen die Bücher – zuweilen auf unerwartete Weise – dialogierten, den Bestand des Archivs aus einem bislang nicht gekannten Blickwinkel zu sehen.

1317

Eine Stadt ordnet sich

14.7.–1.11.2017

Das 14. Jahrhundert ist in der Geschichte Merans eine Blütezeit. Handel und Gewerbe florierten, einflussreiche kirchliche Institutionen entstanden. Die Nähe zur landesfürstlichen Residenz Schloss Tirol rückte die Stadt auf regionaler Ebene politisch ins Zentrum. Damals entstanden die ersten Gremien der Selbstverwaltung und mit der Stadtordnung vom 11. Juni 1317 hat sich Meran endgültig als Stadt im Rechtssinn etabliert. Die Ausstellung erinnerte an die Bedeutung Merans im Mittelalter und stellte die Stadtordnung ins Zentrum. Sie behandelte die Themen, die das mittelalterliche Meran charakterisieren: die Märkte, die Obrigkeit, die Stadtmauer und die Stadtviertel, Münzstätte und Leihbank, Feuer und Wasser als Segen und Bedrohung zugleich.

…FÜHLE MICH SEHR ELASTISCH

Max Reger in Meran 1914

17.9.2017–6.1.2018

In der Max Reger, der von März bis April 1914 einen Erholungsurlaub im Sanatorium Martinsbrunn verbracht hat, gewidmeten Ausstellung wurden Briefe und Postkarten Regers aus Meran, Partituren der in Meran und in den letzten Lebensjahren entstandenen Kompositionen sowie Fotos und Plakate im Original gezeigt. Auf den Textpaneelen wurden Regers Lebensstationen, die Kompositionstätigkeit in Meran, der Kurbetrieb im Sanatorium Martinsbrunn, die Briefe Regers an seine Frau Elsa und die Beziehung zu Ferruccio Busoni in Bild und Text thematisiert.

Adventus

Krippen im Museum

17.11.2017–6.1.2018

Zur Adventszeit lud das Palais Mamming Museum zu einer Ausstellung, die den Krippen und weihnachtlichen Motiven in der sakralen Volkskunst gewidmet war. Seitdem Franz von Assisi im Jahre 1223 in Greccio die erste lebendige Krippe schuf, entwickelte sich die figürliche Darstellung der Geburt des Herrn zu einem wichtigen Bestandteil der Tiroler Weihnacht. Die reichhaltige Krippensammlung des Meraner Stadtmuseums beherbergt Stücke, die vom hohen Niveau des lokalen Kunsthandwerks zeugen, darunter eine Krippe, die aus rund hundert geschnitzten Figuren besteht. Gezeigt werden zudem Ölbilder aus dem 17. und 18. Jahrhundert, auf denen Meraner Kirchen und Gebäude zu erkennen sind. Als Besonderheit gilt ein kleiner Altar, wo neben der Geburtsszene die beiden Volksheiligen Katharina und Barbara dargestellt sind. Volkskunst, Volksfrömmigkeit und die Frohbotschaft gehen in dieser Sonderschau eine vorweihnachtliche Symbiose ein.

IMAGO

Paolo Quaresima

12.4.–15.10.2017

Nach dem Studium an der Kunstakademie und ersten Anfängen als Maler mit symbolischen Themen, ausgeführt im Stil der Divisionisten, hat sich der Meraner Paolo Quaresima (Jg. 1962) der Figur angenähert, bei der er sich auf die Einzigartigkeit des Individuums konzentriert hat und in der Umsetzung immer realistischer wurde. Über Jahre hat er nichts anderes gemalt, wobei er die Personen in essentiellen, kahlen Räumen abbildete, um den Menschen radikal in den Mittelpunkt zu stellen. In dieser Zeit standen ihm Meraner­innen und Meraner Modell, die in Einzel- oder Gruppenporträts sich selbst, Arbeits- und Alltagssituationen wiedergeben. Dies ermöglicht der Ausstellung Imago, einen Ausschnitt des Meraner Stadtlebens vorzustellen. In den letzten Jahren konzentriert sich der Künstler auf Ansichten und Stillleben verschiedener Objekte des täglichen Bedarfs, die so inszeniert werden, dass sie zu kleinen Theatersequenzen anwachsen. Letztendlich verliert Quaresima jedoch nie den Menschen aus seinem Blickfeld.

Franz Tappeiner

Kurarzt und Mäzen

14.6.–30.8.2017

Franz Tappeiner (1816–1902) war eine der Schlüsselfiguren aus der jüngeren Geschichte Merans: über 50 Jahre lang wirkte er als Arzt und Berater im damaligen Gesundheitswesen, begleitete den Umbau des noch mittelalterlich geprägten Landstädtchens zum glanzvollen Kurort und krönte sein Lebenswerk mit der Stiftung des Tappeinerweges. Die einmalige Höhenpromenade gehört längst zum Selbstverständnis der Passerstadt.Gemeinsam mit der Ausstellung ist außerdem das Buch Franz Tappeiner: Kurarzt und Mäzen / Medico e mecenate, erster Band der Reihe „Merabilia – Storia Meran/o Geschichte – Palais Mamming“ vorgestellt worden.

HOW TO BECOME FRIDA

Frida Parmeggiani

17.9.–20.11.2016

Palais Mamming Museum, Kunst Meran und die Universität Mozarteum Salzburg widmeten Frida Parmeggiani ein eigenes Ausstellungsprojekt. Die gebürtige Meranerin war zwischen 1978 und 2008 die gefragteste Kostümbildnerin Europas. Kunst Meran zeigte die Ausstellung Frida Parmeggiani – Kostümabstraktionen. Drei weitere Ausstellungssektionen wurden vom Palais Mamming Museum präsentiert: How to Become Frida vereinte Werke von Valentin Baumeister, Eric Droin, Amelie Klimmeck, Dejana Radosavljevic, Elisabeth Wegener und Anna Zadra aus dem Fachbereich Bühnen- und Kostümgestaltung, Film- und Ausstellungsarchitektur der Universität Mozarteum, geschaffen unter der Leitung von Prof. Henrik Ahr; Getting Close to Frida setzte sich aus fünf Dokumentarfilmen zusammen, die von Anna Brandstätter, Ruby Brockhausen, Miriam Hölzl, Charlina Lukas und Amelie Ottmann unter der Leitung von Prof. Alexander du Prel gedreht wurden; Working with Frida war eine fotografische Serie von Elisabeth Hölzl, die das künstlerische Schaffen Parmeggianis, den Entstehungsprozess der Kostüme sowie die einzelnen Entwicklungsphasen des Ausstellungsprojekts dokumentierte.

ICEBERG

Das verborgene Museum

20.4.–31.8.2016

Das Palais Mamming Museum ist die Spitze eines Eisbergs. Die Dauerausstellung unseres Museums zeigte mehr als achthundert spannende und faszinierende Objekte – doch es gibt viel mehr: In unseren Depots werden über 100.000 Objekte verwahrt! Manche dieser Objekte sind rätselhaft, bezaubernd, geheimnisvoll. Jedes einzelne hat eine Geschichte, einen Charakter, eine Identität. Das Palais Mamming Museum ist ein Wissensspeicher, ein Kompetenzzentrum, ein Ort der Forschung, der Diskussion, der Kunst. Aber vieles davon passiert im Dunkel des Depots, des Archivs, unbemerkt von den Besucherinnen und Besuchern des Museums. Die Sonderausstellung ICEBERG – Das verborgene Museum, kuratiert von Conny Cossa, erlaubte einen Blick hinter die Kulissen des Palais Mamming Museum, sie zeigte ein Universum im Kleinen, die kondensierte Essenz der Stadt Meran und des Burggrafenamts.